Montag, 28. Februar 2011

*Unterwegs* Geht doch mal wieder ins Theater!

Na, wann wart ihr das letzte mal im Theater? Wahrscheinlich wird es einige geben, die das letzte mal mit der Schulklasse oder sogar noch nie im Theater waren. Und deswegen der heutige Beitrag: ein Plädoyer für das Theater! Am Wochenende habe ich  mir das Stück "Tod eines Handlungsreisenden" angeschaut. Der Name wird sicherlich vielen bekannt sein. Es ist ein Stück aus dem Jahr 1949 von Arthur Miller. Und wer jetzt schon denken sollte: "Puh, 1949. Gähn!", dem sei gesagt, dass es an Aktualität nichts eingebüßt hat. In diesem Stück geht es um den Handlungsreisenden Willy Loman, der seine besten Tage schon hinter sich hat. Die Arbeit läuft nicht mehr, er hat einige Schulden angehäuft. Und alles, um sich den Traum eines Lebens mit der Familie in einem kleinen Reihenhäuschen ermöglichen zu können. In der Familie brodeln einige Konflikte. So ist Loman während seiner Reisen auch mal fremdgegangen, was einer seiner Söhne auch mitbekommen hat und dies führte zu einem großen Bruch zwischen den beiden. Loman kämpft hauptsächlich damit, dass die Glanzzeiten einfach vorbei sind, er es aber weder sich, noch seiner Familie eingestehen kann. Er ist einfach nur noch ausgebrannt und verliert letztlich sogar seinen Job. Seiner Familie kann er es jedoch nicht sagen. So steckt er viel Hoffnung in seine Söhne und löst dabei so viel Druck aus, dass er sich von ihnen entfremdet. Letztlich erscheint Willy alles so aussichtlos, dass er nur noch seinen Selbstmord als Lösung sieht. Dies würde ihm sowohl wieder Anerkennung und Aufmerksamkeit verschaffen, als auch die Familie dank der Lebensversicherung aus der Schuldenfalle reißen...
Der zentrale Punkt des Stücks ist die Lebenslüge, der sich die ganze Familie hingibt. Die Frau schafft es nicht mit Willy ehrlich zu reden, die Söhne lassen sich mitreinziehen, um Anerkennung zu bekommen und Willy ist einfach zu stolz, um sich sein scheitern einzugestehen.
Wer jetzt denken sollte, dass das Stück nicht uninteressant sei und man mal das Buch lesen könnte, dem sei dennoch der Gang ins Theater nahe gelegt.
Denn Theater ist einfach nur faszinierend. Mit ganz wenigen Mitteln werden, nur durch die Kunst des Schauspiels, Welten geschaffen. Die Schauspieler geben alles und verschmelzen komplett mit ihren Rollen. Es ist mitreißend und faszinierend zugleich.
Mich fasziniert auch zudem, dass die Theaterstücke größtenteils zeitlos sind. Als Beispiel sei Shakespeare genannt. Die Ideen und die Komplexität z.B seiner Liebesstücke und Dramen haben Jahrhunderte überstanden.
Deswegen empfehle ich am Wochenende auch mal den Gang ins Theater. Auch, wenn einem die Preise etwas hoch erscheinen mögen, für die Schauspieler ist es ein Knochenjob. Gerade in den kleinen Theatern ist es klar, dass es wohl nicht das Geld sein wird, was sie motiviert, alles zu geben, sondern wohl vielmehr die Leidenschaft für das Schauspiel.
Und je nach Stück bzw. Schauspieler ist das Erlebnis wirklich jeden Cent wert und reißt einen auch mehr mit, als jeglicher Kinofilm!
P.S. Kleiner Tipp noch für Nicht-Theater-Gänger: Die erste Reihe im Theater ist nur erstrebenswert, wenn man keine Angst davor hat, auch mal spontan als Statist eingesetzt zu werden und wem es nichts ausmacht, Theater auch mal "körperlich" zu erleben, d.h. wenn es hoch her geht, wird die Aussprache doch auch mal was feucht. Wer also nicht angespuckt werden möchte, sollte lieber in den hinteren Reihen sitzen ;-))

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